Unsere gemeinsame Kanufahrt
15 Leute, vier Kanus und ein Sprung von der Brücke: Bei unserer diesjährigen Kanufahrt auf der Lahn gab es Sonne, gute Musik und mehr Zeit im Wasser, als eigentlich geplant war.
Kurz vor einer Schleuse, mit der Höhenunterschiede im Fluss überwunden werden, ruft jemand "Baden!". Die Paddel liegen quer über den Sitzen, die Boote treiben, und binnen Sekunden schwimmt die halbe Truppe neben den Kanus in der Lahn. So ging es an diesem Tag öfter zu, als eigentlich geplant war.
Von Darmstadt an die Lahn
Um 9:30 Uhr ging es von Darmstadt aus los, die meisten gemeinsam mit der Bahn. Der Spaß fing schon im Zug an, lange bevor das erste Paddel im Wasser lag: Es wurde Uno gespielt und eine Runde Durak, ein Kartenspiel, bei dem am Ende einer als Depp übrig bleibt.
Wer zusammen gut eine Stunde im Zug sitzt, kommt ins Gespräch, auch mit denen, die man sonst nur vom Sehen kennt. In Löhnberg standen dann vier Kanus bereit, ein Fünfer und drei Vierer für insgesamt 15 Leute.
Mit dabei waren vor allem Aktive, also Mitglieder, die noch studieren, dazu ein Gast. Bis alle ihre Plätze gefunden und die letzten Sachen verstaut hatten, verging noch etwas Zeit, dann ging es um 12 Uhr endlich los.
Auf dem Wasser
Die Lahn zieht sich in ruhigen Kurven durchs Tal, immer wieder unterbrochen von Schleusen, an denen die Flotte kurz anhalten musste. Pausen gab es aber unabhängig davon, sobald sich eine gute Gelegenheit bot, etwa eine flache Stelle am Ufer. Dort wurde gefrühstückt und mit einem Ball gespielt, und wer nicht gerade paddelte, ist meistens freiwillig ins Wasser gesprungen.
Die Sonne schien fast den ganzen Tag, dazu ein leichter, kühlender Wind, der bei der Hitze genau richtig kam. Der Fluss war an diesem Tag kaum befahren, sodass man selten mit anderen Booten aneinandergeriet. Aus jedem Kanu kam eigene Musik, und mit der Zeit wirkte jede Crew wie ein kleines Team für sich.
Zwischen den Stopps wechselten sich ruhige Strecken mit kurzen, hektischen Manövern ab, etwa wenn zwei Boote sich zu nah kamen.
Der Sprung von der Brücke und eine Kenteraktion
An einer Brücke hielt die ganze Flotte an. Bei der Sonne war jeder Sprung ins Wasser auch eine willkommene Abkühlung. Von oben zu springen, kostete beim ersten Mal etwas Überwindung. Kaum war der Erste gesprungen, standen schon die Nächsten Schlange, und aus der einen Mutprobe wurde fast ein kleiner Wettbewerb, wer den saubersten Sprung hinlegt.
Auch eine Kenteraktion blieb an diesem Tag nicht aus. Im Vergleich zum Vorjahr ging es diesmal aber deutlich glimpflicher zu, und am Ende konnten alle Beteiligten selbst am meisten darüber lachen.
Genau das bleibt hängen, wenn man an diesen Tag zurückdenkt: nicht ein perfekt durchgeplanter Ablauf, sondern der Moment, in dem alle klatschnass am Ufer stehen und trotzdem sofort weiterpaddeln wollen.
Der Ausklang
Am Ausstiegspunkt wurde die Kasse gemacht, dann ging es gemeinsam in ein Gasthaus am Fluss. Nach einem ganzen Tag auf dem Wasser schmeckte das Essen entsprechend gut. Mit Bus und Bahn kamen wir gegen 22 Uhr wieder in Darmstadt an, erschöpft und gut gelaunt, mit dem Gefühl, dass sich der frühe Start am Morgen gelohnt hat.
Eine Kanufahrt braucht kein festes Programm, nur einen Fluss und eine Richtung.
Wer im nächsten Jahr dabei sein will, findet die Fahrt im Semesterprogramm wieder.
