Was ist eigentlich ein Fux?

Was ist eigentlich ein Fux?

Ein Fux ist bei uns ein neues Mitglied im ersten Jahr. Anders als der Ruf es will, ist das keine Rangstufe: Wer einen Fux wie eine Bedienung behandelt, fliegt bei uns raus.

Ein Fux ist bei uns ein neues Mitglied im ersten Jahr. Diese Zeit ist eine Probezeit, und sie läuft in beide Richtungen: Wir bewerben uns beim neuen Mitglied, und das neue Mitglied bewirbt sich bei uns. Am Ende entscheiden beide Seiten, und beide können Nein sagen.

Das ist der Punkt, der am häufigsten falsch verstanden wird. Wer "Probezeit" hört, denkt an Aufnahmerituale und an Neue, die den Älteren zuarbeiten.

Kein Dienst, keine Rituale

Bei uns gibt es das nicht, und zwar nicht als Absichtserklärung, sondern als durchgesetzte Regel. Wenn ein Gast von einem anderen Bund auf unserem Haus einen unserer Füxe wie eine Bedienung behandelt und ihn losschickt, wird das unterbunden. Im Zweifel fliegt der Gast raus.

Wir wissen, dass es anderswo anders zugeht. Deshalb steht der Satz hier so deutlich: Wer bei uns anfängt, schuldet niemandem Dienste.

Was in dem Jahr passiert

Erkennbar sind Füxe an ihrem Band, dem schmalen Farbstreifen, den wir über der Brust tragen. Es unterscheidet sich von dem der Vollmitglieder: Füxe tragen rot-weiß-rot, alle anderen rot-weiß-gold. Wer sich auskennt, sieht also auf den ersten Blick, wer neu ist. Das ist kein Rangabzeichen, sondern eine Einladung, auf fremden Häusern sprechen einen die Leute genau deshalb an.

Jeder Fux sucht sich einen Leibburschen aus, ein erfahreneres Mitglied, das ihn persönlich begleitet. Das ist keine Zuteilung von oben, sondern eine Wahl und meistens die erste engere Freundschaft im Bund.

Dazu kommen die Fuxenstunden, regelmäßige Abende in kleiner Runde. Dort geht es um Geschichte, um Regeln, um unseren Dachverband der katholischen Studentenverbindungen. Der praktische Nutzen ist größer, als es klingt: Als Verbindungsstudent bist Du auch auf fremden Häusern zu Gast, in anderen Städten und im Ausland. Es hilft, wenn Du weißt, wie es dort läuft.

Am Ende des Jahres hält jeder einen Vortrag vor der Runde. Das Thema bestimmt er selbst. Wir haben derzeit mehrere Füxe aus Südamerika, die ihr Heimatland vorgestellt und anschließend gekocht haben. Schaut in unser Programm für solche Veranstaltungen. So sieht internationaler Austausch aus, wenn er nicht aus einem Reiseführer stammt: an einem Tisch, mit Essen, das jemand selbst gemacht hat, und mit der Möglichkeit, alles zu fragen.

Danach kann der Fux Bursch werden. Vollmitglied mit Stimmrecht.

Beides ist mit einer Feier verbunden. Die Fuxenzeit beginnt und endet auf einem Kommers, einer studentischen Feier mit festem Ablauf, viel Gesang und Bandverleihung, die wir einmal im Semester begehen. Der Fux legt dabei vor allen Anwesenden das Versprechen ab, nach unseren Grundsätzen zu leben, und bekommt sein Burschenband. Das ist bewusst förmlich gehalten. Wer eine Entscheidung dieser Größenordnung trifft, soll sie nicht zwischen Tür und Angel treffen, sondern in einem Raum, in dem alle zuhören.

Was der Fux mitbringt

Ehrlich gesagt: Zeit. Die Fuxenzeit läuft neben dem Studium, mit festen Terminen und der Erwartung, dass Du auftauchst. Wer sein Semester so plant, dass kein Abend übrig bleibt, wird damit unglücklich.

Der Aufwand hat einen Grund. Am Ende steht eine Entscheidung, die selten geworden ist: Mitgliedschaft bei uns endet nicht mit dem Studienabschluss, sondern gilt fürs Leben. Diese Frage beantwortet niemand seriös nach drei netten Abenden.

Was dabei herauskommt, lässt sich schlecht behaupten und leicht zeigen.

Wir haben Bundesbrüder bei denen ein Fux aus demselben Jahrgang heute Taufpate seines Kindes ist. Hier entstehen Freundschaften für das Leben und nicht nur für die Studienzeit.

Interesse?

Wie Du das prüfst? Nicht, indem Du weiterliest. Die meisten Termine unseres Semesterprogramms sind offen für Gäste, und Du kannst dort hingehen, ohne Dich zu irgendetwas zu verpflichten.

Wenn Du danach wiederkommst, reden wir über den Rest.

Nimm gerne Kontakt auf.